Was hilft, hoffnungsvoll zu bleiben?
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Re: Was hilft, hoffnungsvoll zu bleiben?
von Burgen am 22.07.2026 22:48
Guten Abend,
Habe die Tage eine Predigt gehört, die mich recht angesprochen hat.
Und zwar handelte sie davon wie wir die Zeite sehen: Gegenwart _ Vergangenheit _ Zukunft.
Hoffnung schaut oft nach vorn
Im Rückblick der Vergangenheit haben wir unterschiedliche Bilder, Gefühle, vielleicht auch Träume welche zu Schäume wurden usw.
Zukunft ist noch nicht da
Gegenwart erleben wir vielleicht gerade schwer oder ohne Mut usw.
Und Jesus? Wo ist er in all der Zeit?
Wir wissen eigentlich von IHM, dass er gesagt hat _ ich bin da, ich verlasse dich nicht.
Vertrau mir!
Denn Jesus ist im Rückblick da, wir können sehen, dass er uns getragen hatte, geholfen, die Gewissheit des Glaubens seiner Gegebwrt. DAs schenkt uns Mut in Vertrauen eine Standortgewissheit seiner rückblickenden Gegenwart zu tun. Also froh und dankbar sein und Vertrauen haben,
dass er gegenwärtig auch hier ist. Also dankbar sein und das Herz ♥️ erheben, jetzt, sofort und dann gelassen sein, im Frieden und Vertrauen in den Schlaf gehen und den Morgen erwarten und dankbar ☺️ sein dass er selbst Morgen mir entgegen kommt.
Er war gestern da, ist heute da und morgen kommt er und ist da. EIn völliger Rundumschutz _ beten wir mit Ps 91 in dieser Gewissheit und erwarten wir ihn, laden ihn ein uns den Tisch zu decken und das Brot - Müsli und Co - Genießen,
Es ist eine gegenseitige Beziehung, er deckt den Tisch, er ist mitten dabei, selbst wenn manchmal erst am Mittag die erste Nahrung eingenommen wird.
Ich denke Hoffnung erfüllt sich darin, dass er da ist - sind wir auch dann da? manchmal schaut man dies erst im Rückblick, plötzlich, auf geheime Weise ist der Schmerz, die Last oder so, schon länger keinen Gedanken mehr wert, weil verschwunden.
Es ist wie ein Gesamtpaket ... empfangen und freudiges auspacken und weitergehen. So ähnlich.
Andererseits - Samen des Glaubens müssen bewässert werden, und dann kommen kleine Halme, oder Knospen hervor, aus der Dunkelheit kommt das Licht des Morgens.
Darum, ist jemand in Christus, so ist er eine neue Kreatur; das Alte ist vergangen, siehe, es ist alles neu geworden!
2.Kor 5,17 (Schl 1995)
In Ihm leben, weben und sind wir! (als wiedergeborene Christen)
Re: Was hilft, hoffnungsvoll zu bleiben?
von Sterntaler am 22.07.2026 22:09Oh, das habe ich verwechselt. Danke dir, Nusskeks. :)
Bei dir war es eher dieser Gedanke, der mich berührt hat:
Vielleicht brauche ich noch einige Jahre, bevor ich auf mein Leben zurückschauen und das auch sagen kann. Vielleicht bin ich bei meinem konkreten Wunsch einfach noch zu sehr mitten im Prozess. Ich glaube daran, aber ich verstehe noch sehr vieles nicht, wenn ich auf mein Leben schaue. Trotzdem hoffe ich weiter. ★
Re: Was hilft, hoffnungsvoll zu bleiben?
von nusskeks am 22.07.2026 17:52Oh, da leite ich mal an Cleo weiter:
Aber ich stimme ihr da zu. Das gilt also auch für mich.
Hoditai, Mensch des Weges
One of Israel
Re: Was hilft, hoffnungsvoll zu bleiben?
von Sterntaler am 22.07.2026 13:36Hallo :)
danke, dass ihr so persönlich geschrieben habt.
@Cleopatra: Ich fand den Gedanken spannend, dass die Schönheit der Natur zeitweise stärker werden konnte als der Schmerz. Gerade das kann ich mir zwar noch schwer vorstellen, aber es macht mir Hoffnung, dass es möglich ist.
@Nusskeks: Mich hat besonders angesprochen, dass du schreibst: „Das wird wohl ein Teil meines Lebens bleiben." Ich habe manchmal den Eindruck, dass viele Zeugnisse erst erzählt werden, wenn ein Wunsch erfüllt wurde oder das Leid vorbei ist. Deshalb tut es gut, von jemandem zu lesen, der sagt: Es ist immer noch da – und trotzdem habe ich Hoffnung.
Gab es bei euch irgendwann auch einen inneren Schritt der Akzeptanz, dass manche Dinge im Leben – oder ganz konkret diese eine Sache – vielleicht unerfüllt bleiben? War das eher ein jahrelanger Prozess, gab es einen bestimmten Wendepunkt oder war es sogar eine bewusste Entscheidung, den eigenen Fokus zu verändern – so, wie Merciful und Burgen es beschrieben haben?
Dankeschön, Cleo. Dir auch weiterhin ein gutes Einleben in der neuen Wohnung. :)
Re: Was hilft, hoffnungsvoll zu bleiben?
von Cleopatra am 21.07.2026 07:09Lieber nusskeks,
danke für dein Zeugnis.
Ist es nicht bemerkenswert, wie liebevoll sich Gott um seine Kinder kümmert?
LG Cleo
Die Bibelverse sollen meine Meinung bilden, nicht begründen
Zitate im Forum, wenn nicht anders vermerkt, aus der rev.Elberfelder
Re: Was hilft, hoffnungsvoll zu bleiben?
von nusskeks am 20.07.2026 14:50*nickt* Den Eindruck habe ich bei meiner Einschränkung auch. Ich habe einen Sprachfehler und er hat mich, auch in jungen Jahren, in sehr sehr schlimme Situationen geführt. Manchmal wundere ich mich, dass ich noch da bin.
Heute weiß ich, dass Gott diesen Weg genutzt hat. Vielleicht, da bin ich mir noch nicht sicher, hat er diesen Weg herbeigeführt. Ich sehe da in meinem Leben zumindest Hinweise, die darauf hindeuten.
Dazu kommt noch ein großer Korb mit Erlebnissen, Bewahrungen, Freunden, Segnungen und Gebetserhörungen, die ich meinem Jesus gerne zum Lob bringe. Das Wort Gottes ist einfach wahr. Ich habe mich darauf verlassen und wurde nicht verlassen. Das lässt mich hoffnungsvoll bleiben.
Hoditai, Mensch des Weges
One of Israel
Re: Was hilft, hoffnungsvoll zu bleiben?
von Cleopatra am 20.07.2026 07:22Guten Morgen, Sternentaler,
von mir aus darfst du gerne weiter nachfragen, wenn mir etwas zu persönlich wird, kann ich es ja schreiben 
Tatsächlich ist es bei mir so gewesen, dass ich in der Zeit, in der es mir wegen Schmerzen schlecht ging, Gott die schönsten Sonnenaufgänge geschenkt hat.
Er hat mich so sehr staunen lassen (kennst du die Bilder, wenn die Wolken knallepink und lila sind, der Himmel blau?)
Das waren die ersten Tage, an denen ich die Natur mit meinem Handy fotografiert habe.
Ich war so sprachlos, so begeistert, dass ich die Schmerzen weitesgehend "vergessen" habe. Natürlich spürte ich sie permanent, aber das Andere wurde stärker.
Heute noch habe ich die Schmerzen und es wäre schön, wenn sie weg wären. Gerade gestern Nachmittag war es in der Famille (mit Kleinkindern) sehr laut, da bin ich enorm empfindlich. Mein Kopf hat gefühlt gedröhnt.
Das wird ein Teil meines Lebens bleiben.
In meinem Leben mache ich alles leise- meine neue Vermieterin, die unter mir wohntt, sagt schon oft, wenn sie mich sieht "Man hört Sie ja gar nicht, ich weiß gar nicht, ob Sie da sind, oder nicht." Mit einem Schmunzeln.
Ja, ich weiß mich von Gott in Liebe getragen.
Liebe Grüße, Cleo
PS: Vielen Dank, dir auch viel Kraft beim Renovieren und ein gutes Eingewöhnen in der neuen Wohnung 
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Re: Was hilft, hoffnungsvoll zu bleiben?
von Sterntaler am 19.07.2026 14:31Liebe Cleo,
vielen Dank für deine Antwort. Deine Geschichte bewegt mich sehr. Fünf Jahre mit diesen Kopfschmerzen und all den Behandlungsversuchen sind eine sehr lange Zeit. Danke, dass du so ehrlich davon erzählt hast.
Aus deinem Beitrag höre ich beides heraus:
„Mein Wunsch wurde nicht erfüllt."
und gleichzeitig:
„Ich bin trotzdem begleitet, geliebt und beschenkt."
Das kenne ich auch.
Vielleicht kommt hier der Fokus-Gedanke von Merciful rein – weite ich meinen Blick, um auch das Schöne zu sehen, das Gott mir gibt. Oder auch Burgens Gedanke, auf Gott und auf das Schöne zu schauen.
Aber genau das kann ich mir eben nur schwer vorstellen. Wenn etwas wirklich wehtut, wie kann man dann etwas Schönes wirklich genießen? Überschattet es nicht jeden schönen Sonnenuntergang und jede Meeresbrise? Oder verändert sich das mit der Zeit? Die Frage ist sehr persönlich und ich möchte sie deshalb eher offen in den Raum stellen als direkt dir. Ich möchte dir nicht zu nahe treten.
Ich wünsche dir viel Freude in deiner neuen Wohnung und gutes Gelingen beim Auspacken. Ich ziehe auch gerade um und streiche meine alte Wohnung. :)
Liebe Grüße
Sterntaler
Re: Was hilft, hoffnungsvoll zu bleiben?
von Cleopatra am 18.07.2026 09:42Guten Morgen,
ich komme jetzt erst dazu, meine Gedanken zu äußern, das Thema ist ja ganz spannend:
Ich kann dir von einem Wunsch von mir erzählen, einem Wunsch unter vielen:
Nach einem Unfall vor vielen Jahren litt ich unter posttraumatischen und chronischen Kopfschmerzen.
Ich hatte den sehr starken (und bestimmt auch berechtigten) Wunsch auf Schmerzfreiheit.
Aufgrund dieser Schmerzen konnte ich so viele Dinge nicht machen und war so oft außer Gefecht gesetzt.
Insgesamt 5 Jahre lang war ich ambulant im Westdeutschen Kopfschmerzzentrum Patient, alle 3 Monate wurden Medikamente als Versuch, die Kopfschmerzen zu reduzieren (wegzubekommen wurde mir schon direkt verneint), gewechselt. Mal dieses Medikament, mal jenes Medikament, dann irgendwann bestimmte Kombinationen von Medikamenten.
Dazu habe ich diese 5 Jahre lang ein Kopfschmerztagebuch geführt- also sehr viel Aufwand, Zeit und Kraft für diesen Wunsch.
Gebetet wurde auch soooo viel.
Und dann irgendwann kam ein Anruf einer Ärztin, in dem sie mir sagte, dass es nichts megr gäbe, dass sie mich quasi aufgeben würden.
Es wurde noch ein Endbericht geschrieben und nach 5 Jahren wusste ich: Mein Wunsch wird nicht erfüllt.
Und es ging mir nicht gut mit dieser Aussage, denn 5 Jahre lang habe ich gehofft und alles versucht.
Glaubte und glaube ich, dass Gott meinen Wunsch erfüllen kann?
Jederzeit und absolut! Daran gibt es keinen Zweifel.
Aber aus irgendeinen Grund hat er es nicht getan.
Wie geht es mir heute damit? Zweifel ich an Gott? Bin ich wütend auf Gott?
Nein.
Ich habe mich irgendwann damit abgefunden, dass es auf jeden Fall zu dieser Zeit nicht so sein wird. Auch, wenn die meisten Menschen auf der Erde ohne Kopfschmerzen leben. Ich eben nicht.
Aber ich habe andere Dinge erlebt.
Ich habe einen Gott erlebt, der die Schmerzen als Folge der Sünde auch mega ätzend findet, der mich begleitet, micht tröstet, mit mir leidet. Der mir Menschen zur Seite stellt, die mitfühlen, beten, mir gut tun.
Gott beschenkt mich täglich mit guten Zeiten, Momenten, Begegnungen.
Schlage ich die Bibel auf, so finde ich kein "und siehe, Gott hat die Welt erschaffen, um in Zukunft alles zu tun, damit Cleopatra ein sorgloses Leben führt und immer schön sorglos durch die Gegend laufen kann".
Ich sehe ein "der Mensch ist erschaffen worden, um seinen Schöpfer eine Freude zu machen (ups- nicht andersrum?)". Ein "die Sünde hat alles kaputt gemacht (ups- die Sünde, die ich etwa täglich begehe...?)" und ein "trotzdem hat Gott Cleo so unendlich lieb und macht ihr immer wieder Geschenke, obwohl er es weder nötig hat noch jemandem schuldig ist".
Finde ich Kopfschmerzen jetzt weniger doof? Auf keinen Fall! Ich würde nicht Schlechtes und Negatives relativieren oder kleinreden. Doofes ist doof.
Aber die Erwartung ist eine andere und der Blickwinkel von mir und meinen Wünschen ist eine andere.
Ich kann auch eine andere Geschichte erzählen:
Anfang diesen Jahres, ich hatte gerade die ambulante Reha beendet und begann, mein Leben mit dem Absetzen zweier harter Medikamente neu zu sortieren, da kam eine Kündigung wegen Eigenbedarf in den Briefkasten. Nach 11 1/2 Jahren.
Und ich fühlte mich soooo wohl in der Umgebung, so vieles hatte ich darauf ausgerichtet.
Es war wirklich schlimm für mich.
Ich suchte und suchte eine neue Wohnung- mein Wunsch war natürlich eine Wohnung, die für mich als Frührentnerin bezahlbar ist und in der ich mich wohl fühen kann.
So viele Wohnungen habe ich mir angesehen und jedes Mal fühlte ich mich schlecht danach beim Gedanken, dort zu wohnen. Einige waren sehr dreckig, andere im direkten Umfeld sehr unsicher für meine Katzen. Ja- Katzen, denn aufgrund von Haustieren wurde ich auch oft abgewiesen bei der Wohnungssuche.
Es war einfach insgesamt sehr schwer und frustrierend.
Ich hatte eine gewisse Wunschliste, die ich Gott gezeigt habe- Sicherheit für meine Katzen, ich wünschte mir mal eine Dusche, in der ich stehend duschen kann, ich wünschte mir eine Wohnung in der Nähe, damit ich zur Arbeitsstelle komme und auch morgends noch meine geliebte Spaziergangrunde gehen kann und so weiter.
Mir war natürlich klar, dass man später Kompromisse eingehen muss und nicht direkt alle Punkte auf der Wunschliste erfüllt werden können.....
Aber da hat Gott anders gedacht.
Durch eine Nachbarin habe ich eine Wohnung nun gefunden, die nicht nur alle Punkte erfüllt, sondern noch viel mehr zu bieten hat. Sie ist so schön, so groß, so toll! Ich bin so begeistert von dieser Wohnung!
Und ich bin so dankbar, dass Gott mir diesen Wunsch erfüllt hat.
Ich glaube, dass Gott mir einfach einen Gefallen tun wollte, weil er mich lieb hat.
Nicht, weil ich es verdient habe, nicht, weil er es muss, einfach, weil er liebt und so viel mehr im Blick hat, er kennt die Zukunft, die Nachbarn, alles. Er weiß, was "ins Konzept passt" und was nicht.
Ich hoffe, dass dieses Beispiel ein bisschen helfen kann?
Liebe Grüße, Cleo (ich gehe jetzt weiter auspacken)
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Re: Was hilft, hoffnungsvoll zu bleiben?
von Sterntaler am 16.07.2026 23:18Hallo zusammen,
vielen Dank an alle, die sich die Zeit genommen haben, auf meine Frage einzugehen.
Den folgenden Gedanken hat mir jemand von euch in einer persönlichen Nachricht mitgegeben. Ich möchte ihn hier gern weitergeben und in meinen eigenen Worten etwas ausformulieren:
Vielleicht ist es nicht nur der unerfüllte Herzenswunsch selbst, der schmerzt – etwa bei fortdauernder Krankheit, beim Alleinsein, bei Kinderlosigkeit oder in anderen schweren Lebenssituationen. Vielleicht schmerzt auch die Geschichte, die wir uns im Laufe der Jahre darüber erzählen.
Vielleicht Geschichten über Gott:
„Hat er mich vergessen?"
„Warum schenkt er es anderen, aber nicht mir?"
Oder Geschichten über uns selbst:
„Mit mir stimmt etwas nicht."
„Ich bin nicht gut genug."
„Das ist bestimmt die Folge meiner Fehler von damals."
Oder Geschichten über das Leben:
„Ohne das kann ich nicht glücklich werden."
Mir hilft gerade der Gedanke, diese Geschichten von der eigentlichen Wunde, dem Schmerz oder dem unerfüllten Wunsch zu unterscheiden – und sie nach und nach loszulassen.
Die Wunde, der Verlust oder der Mangel bleiben vielleicht. Auch die Trauer darf bleiben und verarbeitet werden.
Aber die Wunde bedeutet dann nicht zugleich, dass Gott sich uns weniger zuwendet oder dass unser Leben weniger lebenswert ist. Denn all das sind Deutungen, die uns zusätzlich weh tun. Vielleicht bekommt so die Hoffnung auch wieder mehr Raum – nicht, weil der Schmerz verschwindet, sondern weil er nicht länger eine negative Geschichte über unser Leben erzählt.
Danke für das gemeinsame Nachdenken und für diesen Impuls.
Sterntaler ★


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